Heft 2011: Ein Grundstück für das Kerweteam

Veröffentlicht von Saskia am

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Man glaubt es kaum – aber so eine Zeltbewirtung erfordert ganz schön viel
Equipment. Und über die Jahre sammelt sich ganz schön viel Zeug an, das nützlich sein könnte oder einfach nur hübsch aussieht und deshalb zur Dekoration zum Beispiel im Cocktailwagen verwendet wird. Während wir uns in unseren Anfangsjahren noch alles ausleihen und entsprechend Leihgebühr dafür zahlen mussten, sind wir irgendwann dazu übergegangen, uns eine eigene Ausrüstung anzuschaffen. Aber wohin damit? Wo lagert man etliche Kühlschränke und Tiefkühltruhen? Wo bleiben zum Beispiel die Plakatwände, wenn sie nicht gerade in der Stadt aufgehängt werden? Wohin mit dem ganzen Werkzeug und der schon erwähnten Dekoration? Und die Sektbar? Der neue Cocktailwagen?
In den letzten Jahren haben wir uns quasi über die ganze Stadt verteilt. Unser Haupt-Domizil war in der Bahnhofstraße, im so genannten „Laden“. Darüber hinaus konnten wir eine Garage der Stadt nutzen und der Rest wurde erst im Vereinshaus am Bauhof und später im alten Wasserwerk eingelagert. Wirklich optimal war das alles nicht. Ständig wurde irgendwas gesucht, immer musste alles hin und her geräumt werden, wenn man irgendwo ran wollte. Als dann noch klar wurde, dass wir den Laden irgendwann räumen müssen, musste eine Alternative her. Wo sollten wir uns denn sonst regelmäßig zu unseren Sitzungen treffen, wenn nicht im Laden?!
Also machten wir uns auf die Suche.
Wir brauchten nicht nur einen neuen Lagerplatz, sondern auch Räume, in denen wir uns treffen können. Eine Anfrage bei der Stadt brachte dann die Lösung: Eventuell können wir ein Teil vom Grundstück der Geflügelzüchter bekommen!
Eine Anfrage bei den Geflügelzüchtern bestätigte: Ja, wir können eine Ecke ihres Grundstücks haben, wir brauchen nur einen eigenen Eingang und einen Zaun drumherum. Bei der ersten Besichtigung konnten wir uns kaum vorstellen, dass wir uns hier einmal wohl fühlen sollten: Eine über 30 mal 50 Meter große Fläche voller sehr hoch gewachsenem Gras und Sträuchern, mehr nicht. Trotzdem schlugen wir ein: Ja, wir wollen das Grundstück! Also wurden die nötigen Verträge geschlossen, das Grundstück abgeteilt und von der Stadt nun direkt an das Kerweteam verpachtet. Noch im Herbst 2008 haben wir uns in bitterer Kälte aufgemacht, um das Grundstück erstmal zu mähen und dann schließlich einen Zaun zu ziehen. Ein Tor war auch schnell gefunden und eingebaut, so dass wir einen eigenen Zugang zu unserem neuen Grundstück hatten. Doch was jetzt? Wir brauchen ein Haus! Nein, besser eine Halle! Zumindest irgendwas mit einer Toilette. Etwas mit einem Dach darüber. Stundenlang haben wir uns die Köpfe heiß geredet und ganze Tage in ebay verbracht, um die optimale Lösung zu finden. Und dann ging alles ganz schnell: Ein gebrauchter Toilettencontainer vom Flughafen und ein alter Bürocontainer eines ehemaligen Autohändlers machten den Anfang. Später kamen dann noch vier weitere Container als Lagerfläche hinzu. Spektakulär ist der Transport eines solchen Containers schon! Und auch nicht ganz einfach, wenn man nebenbei noch gegen ein Nest von Erdwespen oder Horden von Griebelmücken ankämpfen muss! Doch nachdem die Container endlich abgeladen und der Bürocontainer verschraubt war, wurde klar: Hier sind wir künftig zu Hause!
In diversen Arbeitseinsätzen und durch den unermüdlichen Einsatz einiger Kerweteamler (Danke nochmal!) wurde es dann sogar wohnlich! Mit einem neuen Boden, einer Küche inklusive Theke und ein bisschen Farbe innen und vor allem außen an den Containern macht das eben noch zugewachsene Gelände richtig was her! Ganz nebenbei mussten wir dann noch feststellen, dass das Grundstück von Herbst bis zum Frühjahr nicht
befahrbar ist. Nicht nur einmal musste ein Auto wieder aus dem Morast gezogen werden! Also war auch hier ganz schnell klar: Wenn wir das Grundstück nicht nur im Sommer nutzen wollen, muss die Einfahrt irgendwie befestigt werden. Also wurde geschottert und verdichtet und wieder geschottert, bis eine zwar wenig ansehnliche, aber immerhin befahrbare Einfahrt entstand. Und weil wir schon dabei waren – ein Weg zum Wohncontainer wäre doch sinnvoll! Und vielleicht gleich noch eine Terrasse? Am besten auch gleich überdacht! Also wurde der Bereich vor dem Hauptcontainer und der Weg ausgekoffert, mit Sand und Kies gefüllt und schließlich in einem Arbeitseinsatz, den wir alle so schnell nicht vergessen werden, gepflastert. Nun hatten wir zwar einen tollen Weg und eine Terrasse, aber der Rest des Grundstücks sah aus wie ein Truppenübungsplatz! Also musste auch hier eine Lösung her. Die ehemalige Wiese wurde wieder mit Erde aufgeschüttet, glatt gezogen und neu eingesät. Und während wir darauf warteten, dass das Gras wächst und wieder zu einer Wiese wird, war genug Zeit, um die Terrasse zu überdachen und das Grundstück mit den zwischenzeitlich gepflanzten Blumen, Büschen und Bäumen zu einem gemütlichen Sommeraufenthalt zu machen.
Als wir zum ersten Mal gemeinsam auf unserer Terrasse sitzen konnten, uns etwas leckeres vom neu installierten Grill schmecken lassen konnten, während die Kinder im aufblasbaren Pool planschten, wurde uns allen klar: Ja, hier sind wir zu Hause.

Wem ist das Grundstück? Unser!

Und wenn wir schon so ein schönes Grundstück haben und mit viel Aufwand pflegen, dann müssen wir es auch nutzen! Also wurde das Helfertreffen, bisher traditionell in der Perla gefeiert, in den Sommer verlegt und zur Helfer-Grill-Party umgewandelt. Mit vollem Erfolg! Nicht nur uns gefällt es dort draußen am Waldrand – Michael Kapp von der Main-Spitze schrieb am 30.05.2011:
KERWETEAM Helferparty bis zum frühen Morgen (mka). Bekannt für ausgelassene Feiern, hat das Kerweteam seine Helferparty erstmals auf dem Vereinsgelände am Waldsee gefeiert. Die letzten Gäste, von denen die meisten mit dem Fahrrad gekommen waren, sollen das von Grün eingerahmte Gelände, auf dem sich das Kerweteam mittlerweile häuslich eingerichtet hat, am Sonntagmorgen gegen 4 Uhr verlassen haben. Abseits der Wohnbebauung brauchte der Gastgeber Beschwerden über laute Musik
und lärmende Gäste nicht zu fürchten. Unter der Pergola, die vor dem Klubcontainer errichtet wurde, lud „laute Mucke“ zum Tanz ein. Zuletzt vor zwei Jahren im Kinder- und Jugendhaus „Perla“ gefeiert, wo sich die Party zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt entwickelte, verfügt das Kerweteam auf dem Vereinsgelände mittlerweile über eine geeignete Infrastruktur, um dort eine solche Veranstaltung durchzuführen. Im Licht der untergehenden Sonne, durch den umgebenden Wald vor Wind geschützt, erwies sich das Gelände als ideal.
Könnte die Kerb aus dem Ort auf den Parkplatz am Waldsee verlegt werden, das Kerweteam hätte den schönsten aller Biergärten weit und breit. Wie Tanja Kranz, die dem Kerweteam seit der Gründung im Jahr 1995 vorsteht, erklärte, sei die Resonanz der Gäste sehr positiv gewesen.
…Und wir freuen uns auf noch viele weitere Helferpartys im „schönsten Biergarten weit und breit“

Raunemer Kerweteam

PS:
Natürlich waren wir bei all unseren Aktionen auf die Hilfe anderer angewiesen, bei denen wir uns hiermit herzlich bedanken möchten!

Kategorien: AllgemeinKerb

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