Heft 2010: 20 Jahre „Eintritt frei!“

Veröffentlicht von Saskia am

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„Früher“ – das war damals, als die Kerb noch 5 Tage dauerte und das Zelt von einem professionellen Zeltwirt betrieben wurde. Das war die Zeit, in der bezahlte Bedienungen einigermaßen lustlos Bier servierten und an jedem Abend im Zelt die gleiche Kapelle zum Tanz aufspielte.

„Früher“ ist nun 20 Jahre her. Denn 1990 nach der Kerb verkündet der Zeltwirt, dass sich der Aufwand finanziell für ihn nicht mehr lohnt und dass er 1991 nicht mehr das Zelt der Raunemer Kerb betreiben kann. Für die gerade erst in 1989 neu gegründete Generation der Kerweborsch und –mädels ist die Nachricht ein Schock: „Ohne das Festzelt ist die Kerb tot!“

Also machen sich die Jungs und Mädels schlau, wie ein Festzelt funktioniert, holen sich den Rückhalt der Stadt und organisieren das Zelt eben selbst! Und seitdem gibt es nicht nur Spaß vor der Theke, sondern auch dahinter!

Weil die Organisation über die Jahre immer mehr Zeit in Anspruch nimmt, wird aus dieser Generation der Kerweborsch und –mädels 1995 das Kerweteam, das sich seitdem nur noch um die Ausrichtung des Festzeltes und des Programms kümmert. Und das ist gut so! In den Jahren darauf wird das Angebot zusehends erweitert: Aus der Sektbar im hinteren Teil des Zeltes wird die Cocktailbar vorm Zelt, und neben dem Bierwagen vor dem Zelt wird auch ein Bierwagen im Weindorf betrieben. Darüber hinaus gibt es nun nicht mehr nur Bier und Cola, sondern auch Klopfer und Cocktails in allen Farben, Longdrinks und „Mode“-Getränke wie Corona.

Und das Beste: Seit 1991 gibt es ein täglich wechselndes Programm! Rockbands für die jüngere und Frühschoppe-Musik für die ältere Generation, Party-Abende, Karaoke-Veranstaltungen, Newcomer-Bands, Bingo, Kaffee-Nachmittage, Auftritte von Partnerstädten und Raunheimer Vereinen und vieles mehr.

Und immer ist das Motto „Eintritt frei“ – denn das Festzelt gehört zur Kerb wie der Autoscooter, das Karussell oder das Weindorf. Es muss für jeden frei sein und allen Raunheimern zur Verfügung stehen.

Doch das Festzelt, die Einrichtung, die Cocktailbar, die Bierwagen, die Musikanlage, die Beleuchtung und vor allem die Bands müssen bezahlt werden. Und das erfolgt über den Getränkeverkauf. Mit jedem verkauften Bier werden ein paar Sekunden Band-Spielzeit bezahlt, in jedem Cocktail steckt ein bißchen Miete für das Zelt. Ob Cola, Bier, Hütchen, oder Tequila Sunrise – So kann jeder sein Getränk genießen und zahlt damit praktisch seinen „Beitrag“ zum Programm. Im Klartext: Nur wenn genügend Getränke verkauft werden, können wir überhaupt ein Programm bieten. Da ist es besonders schade, wenn wir nachts beim Aufräumen etliche leere Flaschen finden, die nicht bei uns gekauft wurden. Doch wer seine Getränke selbst mitbringt, feiert auf Kosten anderer. Um das zu vermeiden, bleibt an manchen Tagen keine andere Wahl als Taschenkontrollen durchzuführen. Immerhin arbeiten wir – das Kerweteam – und über 100 Helfer ehrenamtlich. Praktisch rund um die Uhr wird im Zelt gearbeitet, um das Programm und das Bier am Laufen zu halten – und nicht eine der geleisteten Arbeitsstunden wird bezahlt. Denn dann müssten wir das Festzelt aufgeben – genau wie vor 20 Jahren der professionelle Zeltwirt.

Wir arbeiten ehrenamtlich dafür, dass es immer noch Abwechslung, ein gutes Programm und ein großes Getränkeangebot im und vor dem Zelt gibt. Und wir arbeiten dafür, dass wir auch im nächsten Jahr alle Raunheimer, Nachbarn und Freunde willkommen heißen können. Und das immer noch unter dem Motto „Eintritt frei!“

Euer Raunemer Kerweteam

Kategorien: AllgemeinKerb

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