Heft 2008: 30 Jahr „uff de Gass“

Veröffentlicht von Saskia am

22 views

Lesezeit ca. 5 Minuten

Viele Raunheimer können sich noch gut daran erinnern: Bis 1978 wurde die Raunemer Kerb an der Ringstraße gefeiert: Genau dort, wo sich heute die Unterführung Ludwig-Buxbaum-Allee und das Stadtzentrum befinden. Der Neubau der Unterführung zwang die Veranstalter, sich nach einem alternativen Kerweplatz umzusehen – und so wagte man ein Experiment: Die Kerb wurde auf die Mainzer Straße, Raunheims Hauptstraße, verlegt. Marktbeschicker und Raunheimer sahen das kritisch – kann die Raunemer Kerb auf diesem Platz bestehen? Ist es da nicht viel zu eng? Geht dort überhaupt jemand hin? Oder auf raunemerisch „Ob des was werdd?“ Es wurde! Die Kerb 1979 war ein unglaublicher Erfolg, und schon bald gab es keine Zweifel mehr: Das Experiment „Kerb am Sport-Casino“ ist geglückt, die zunächst vorläufige Verlegung in die Mainzer Straße wurde zur Dauereinrichtung. Und jetzt sind es schon 30 Jahre Kerb „uff de Gass“!

Im Kerweheft 2003 ließen wir anlässlich der 25. Kerb „uff de Gass“ schon einmal die Kerb in den Jahren 1979 bis 2002 Revue passieren – doch was ist seither geschehen?!

Ein Rückblick:

2003 – 25 Jahr uff de Gass

Die Kerb 2003 beginnt mit einem Paukenschlag – die Zeitungen schreiben sogar von einem Eklat: Da der Kerwebaum nicht mehr an seinem angestammten Platz am Sport-Casino aufgestellt werden kann, möchte die Stadt den Baum nun mit einem Hubwagen stellen – doch da haben die Verantwortlichen die Rechnung ohne die Kerweborsch gemacht! Die Borsche unter Vadder Konrad Heuer und Mudder Silke Stahl kürzen den Baum einfach auf eine handliche Länge und stellen ihn unter dem Applaus der Zuschauer eben doch mit Muskelkraft. Der Hubwagenfahrer muss unverrichteter Dinge wieder abziehen. Die Aktion „Wir lassen uns unsere Traditionen nicht nehmen“ wird ein Erfolg: Bürgermeister Thomas Jühe verspricht, sich etwas einfallen zu lassen, damit auch künftig der Baum von Hand gestellt werden kann.

Zur Kerberöffnung meistert der Bürgermeister den Fassanstich souverän beim ersten Versuch und nachdem Ehrenkerweborsch Werner Wicht und Ehrenkerwemudder Marija Wicht gekürt wurden, überreichen die Kerweborsch dem Kerweteam als Dankeschön eine selbst gebastelte Foto-Collage, die noch heute die Wand „im Laden“, also im Kerweteam-Vereinsheim schmückt.

Freitags begeistern die Vereine die Zuschauer mit ihren Darbietungen, die Kerweborsch heizen mit ihren Tänzen weiter kräftig ein – aber die Zuschauer stehen Kopf, als das Kerweteam seine Männer mit pobackenfreien Lederhosen zum Tanz auf Bühne und Tische schickt!

Zum Frühschoppen spielen die Flying Hats auf und zum ersten Mal seit Jahren gibt es keine Saufmaschine. Der stattdessen eingeführte Metersaufen-Wettkampf will aber nicht so recht ankommen. Die Hammel-Attrappe „Neptun“ wird trotzdem erfolgreich versteigert.

2004 – 10 Jahre Kerweteam

Ein Team Sie zu knechten – Sie alle zu finden – ins Festzelt zu treiben – und ewig zu binden

Wie im Vorjahr versprochen hat man sich für den Baum etwas einfallen lassen: Eine fest installierte Kipphülse macht es den Kerweborsch um Vadder Tim Herrfert und Mudder Nadia Maiss nun möglich, auch einen großen Baum von Hand zu stellen. Auch wenn das Aufstellen nun weniger wackelig und damit weniger spannend ist – die Tradition kann erhalten bleiben!

Der Abend der Vereine beginnt mit einem spektakulär verhauenen Bierfassanstich: Bürgermeister Jühe verkantet den Zapfhahn, das Bier schießt aus dem Fass, der bereit gehaltene Maßkrug geht zu Bruch und schließlich muss das Fass aufrecht gestellt werden, damit es nicht vollständig ausläuft.

Zum Ehrenkerweborsch wird in diesem Jahr der Bruder der Kerwemudder ernannt: Daniel Maiss.

Und in diesem Jahr heißt die Mannschaft um Tanja Kranz schon zum 10. Mal als Kerweteam die Gäste im Zelt willkommen! Das wird natürlich mit einigen Aktionen und Gewinnspielen im Zelt gefeiert. Rührend auch das Geburtstagsständchen der Band Good News, die seit Jahren samstags das Zelt rockt.

Zur Freude der Gäste wird zum Frühschoppen die Saufmaschine wieder eingeführt: Diesmal auch mit einem Wanderpokal, den der „Puff-Club“ gleich mit nach Hause nehmen kann: Die vier Männer könnten den Krug schneller leeren als die neun anderen angetretenen Mannschaften.

Die ganze Kerb ist verregnet, nur sonntags hat das Wetter Gnade mit den Umzugsteilnehmern – das ansonsten schlechte Wetter ist gut für das Kerweteam: Das Zelt ist an allen Tagen brechend voll!

2004 – 10 Jahre Raunemer Kerweteam – Good News feiern mit!

2005 – Möge die Kerb mit uns sein!

In diesem Jahr finden sich nur 13 Kerweborsch und –Mädels. Trotzdem stellen sie gemeinsam mit Altkerweborsch und Kerweteam den längsten Kerwebaum seit Jahren: 16 Meter misst die Kiefer!

Kerwevadder Andreas Neumann und Mudder Denise Topitsch bringen den 1. Stadtrat Rudi Müller mächtig ins Schwitzen: Er muss den Bürgermeister beim Fassanstich vertreten. Er macht seine Sache ganz gut, nur ein Schlag geht daneben.

Die Kerb liegt in den Ferien – das bekommen nicht nur die Marktbeschicker an den Umsätzen zu spüren, auch der Abend der Vereine wird quasi zu einer Leistungsschau des TSV, da der SSV seine Teilnahme aus Mangel an Mitstreitern absagen muss. Die Auftritte der Kerweborsch und des Kerweteams, das sexy in Strumpfhosen und Stringtangas zu „Call on me“ die Hüften schwingt, retten den Abend.

Die erste Karaoke-Veranstaltung am Sonntag kommt bei den Gästen gut an.

Der Frühschoppen beschert dem Kerweteam erneut ein volles Zelt. Erstmals wird neben dem Baum und dem Hammel „Waldemar“ auch der Kerwewatz versteigert. Kerwehelferin Biggi erhält den Zuschlag und Watz Karim El Yahiaoui muss später bei einer Geburtstagsfeier leicht bekleidet die Gäste versorgen.

Auch montags zum Frühschoppen sorgt der Watz für die meisten Lacher: Er trifft den Topf beim Gickelschlagen nur ohne Augenbinde!

Und die Zeitungen melden zum Ende der Kerb: Es ist beschlossene Sache – die Verschwisterungsfeierlichkeiten mit Le Teil und Trofarello sollen im nächsten Jahr zur Kerb stattfinden!

2005 – Nicht schön, aber laut! – Das Kerweteam beim Karaoke-Singen

2006 – Willkommen bei Freunden – Bienvenu entre amis – Benvenuti tra amici

So titelt das Kerweheft und hier ist der Name Programm! Rund 200 Gäste aus den Partnerstädten besuchen Raunheim und die Kerb und tragen auch mit ihren fulminanten Showauftritten zum „besten Abend der Vereine seiner Geschichte“ bei. Und in diesem Jahr läuft alles rund: Der Kerwebaum ist mit 13 Metern eine stattliche Erscheinung, der Fassanstich klappt ohne Probleme und die akademische Feier, die Sonntags vormittags im Zelt stattfindet, ist ebenfalls ein voller Erfolg (auch wenn die Kerweteamler etwas müde aussehen, denn wenn samstags bis morgens um vier mit den Gästen gefeiert wird und sonntags um acht Uhr das Zelt für eine akademische Feier gerichtet sein muss, ist an Schlaf nicht zu denken).

Der Umzug ertrinkt fast in einem Wolkenbruch, doch das tut der guten Stimmung keinen Abbruch und sonntags abends zum Karaoke sind alle wieder trocken und mit viel Spaß auf der Bühne.

Als Vadder Gerhard Kraft montags zum Frühschoppen einlädt, sind die Gäste aus Trofarello schon auf dem Heimweg. Doch die Freunde aus Le Teil können erleben, wie der Bürgermeister beim Gickelschlagen mit einem winzig kleinen Topf zum Narren gehalten wird und Kerwewatz Marcus Neumann bei der Versteigerung an Kerweteamlerin Ingrid geht. Auch er muss später im Jahr im Röckchen bei einer Geburtstagsfeier bedienen.

Die Zeitungen nennen die Kerb ein Jahrhundertfest.

2006 – Kerwewatz Marcus Neumann muss im Röckchen bedienen – 2008 ist er Kerwevadder!

2007 – Nachwuchs verzweifelt gesucht!

In diesem Jahr finden sich keine Kerweborsch und –Mädels, die die Traditionen aufrecht erhalten können. Doch die Altkerweborsch sichern die wichtigsten Gebräuche und stellen zum Beispiel mit Unterstützung des Kerweteams den Baum. Die Kerwerede des Vadders fällt aus, doch der Freitagabend überzeugt mit einem neuen Konzept: „Musik und Tanz unnerm Kerwekranz“. Erstmals werden auch Gruppen von außerhalb auf die Raunheimer Bühne eingeladen. Die Gäste sind begeistert. Manfred Vestweber wird nach 12 Jahren Moderation verabschiedet und stellt Sven Mees vor, der den Abend gemeinsam mit Angelika Walther mit schön hessischer „Schnodder-Schnautze“ moderiert.

Der TSV, die Germania, der Gewerbeverein und die 07-Fußballer haben gemeinsam Jubiläum und sorgen für den längsten Kerweumzug aller Zeiten.

Die Altkerweborsch organisieren auch die Schoppenspielchen zum Frühschoppen und machen tatkräftig Werbung für neue Kerweborsch – mit Erfolg!

2007 – Bürgermeister Jühe beim Fassanstich – inzwischen hat er Übung!

2008 – 30 Jahr uff de Gass – Endlich wieder mit Kerweborsch!

Kategorien: AllgemeinKerb

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.