Heft 2002: Unsere neue Sektbar!

Veröffentlicht von Saskia am

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Glänzend steht sie vor dem Zelt – und ist kaum zu übersehen:

Unsere neue Sektbar!

Manche haben schon in den Jahren zuvor bemängelt, das die alte Holzhütte, die uns vorher als Sektbar diente, es nicht mehr lange machen würde. Aber spätestens zur Kerb 2000 war allen klar „Es muss eine neue her!“

Also ging es gegen Ende 2000 an die Planung zu einer neuen Holzhütte. Mittendrin kam Klaus dazu und sah uns mit großen Augen an: „Wieso aus Holz? Nee nee, wir machen die Bar aus Metall!“ Und zwar aus Alu-Riffelblech auf Stahlrahmen. Und gewöhnlich viereckig durfte sie auch nicht sein, sondern sechseckig. Und mit steckbaren Einzelteilen, damit nicht immer die Schrauben abhanden kommen (man lernt ja dazu) – Und schon war Klaus der Chef-Konstrukteur der neuen Sektbar. Das hat ihn hinterher noch einige schlaflose Nächte gekostet (mindestens fünf!), in denen er wieder aufstehen und weiterzeichnen und –planen musste, weil er sonst nicht schlafen konnte.

Ganz locker gingen wir dann im Frühjahr 2001 an die Arbeit. Doch gleich beim ersten Einsatz hatten wir einen Verletzten zu beklagen, der sich am Bodenblech das Bein aufgerissen hatte und genäht werden musste. Doch so etwas hält uns nicht auf: Knappe sechs Monate müssen doch reichen, um so eine kleine unkomplizierte Sektbar zu bauen, oder? Nicht ganz. Bis zur Kerb 2001 war gerade einmal der Boden fertig und die alte Holzhütte musste noch einmal herhalten. Nach der Kerb gingen wir dann anders an die Sache heran: Es wurden Gruppen gebildet: Ein Schweißer-, ein Elektro- und ein Malerteam teilten sich die Arbeit. Und das „Hanjer“-Team war für den ganzen Rest zuständig. Irgendwer musste ja auch die Versorgung übernehmen und z.B. die benötigten 20 Kisten Bier beschaffen.

So eingeteilt ging es dann ab Frühjahr 2002 richtig zur Sache:

Da wir die Maschinen, die für die Arbeit gebraucht wurden, nicht auf den Bauhof zur Vereinshalle schaffen konnten, schafften wir einfach die Hütte zu den Maschinen! Ein metallverarbeitender Betrieb in Raunheim gab uns die Möglichkeit, seine Maschinen zu nutzen und die Hütte wochenlang in seinem Hof stehen und entstehen zu lassen. Um endlich voran zu kommen, traf sich das Schweißerteam Samstags oft schon um sechs Uhr morgens! Aufgestellte Pläne wurden während der Bauphase wieder verworfen und andere spontan neu entwickelt, was einige fast in den Wahnsinn trieb. Doch ständiges Schweißen macht auch den geübten Metaller noch besser. In der ersten Phase wurden noch 3mm-Blechplatten verarbeitet, später waren die Platten nur noch 2 mm dick. Und das Elektro-Team kam auf die Idee, die Stromversorgung fest zu installieren und die Verkabelung steckbar zu machen, so dass beim Auf- und Abbauen der Hütte die Stromversorgung gleich mit eingebaut ist und nicht immer wieder extra verlegt werden muss. Warum einfach, wenn es auch komfortabel geht??!?

Ab Juni ging es dann in den Endspurt, denn die Zeit wurde schon wieder knapp! Also musste die Hütte noch einmal umziehen und stand dann neben unserem neuen „Vereinsheim“ in der Bahnhofstraße. Dank der teilweise von Kerweteamlern selbst mitgebrachten Materialien und Werkzeuge sowie dem Schweißgerät, das uns geliehen wurde (Danke an Karl Bus!!) konnte auch hier weitergearbeitet werden. Ab dann gab es nicht nur Arbeitseinsätze, sondern ganze Arbeitswochen! Täglich wurde abends nach Dienstschluss noch geflext und geschweißt, lackiert und geschraubt bis tief in die Nacht hinein. An dieser Stelle müssen wir uns auch nochmals bei den Anwohnern für den Krach entschuldigen und für ihre Geduld bedanken!!!

Jetzt durften auch die Arbeiter mit den „zwei linken Händen und den zehn Daumen“ an die Flex. Ein Könner am Gerät schaffte es, ein Gesicht in den Türrahmen der Bar zu flexen!! Und mysteriös genug: Zwei Leute haben sich die Augen verblitzt, obwohl sie nicht einmal geschweißt haben! Doch auch wenn es durch Funkenflug in ein Wohnzimmerfenster fast zu einem größeren Unglück gekommen wäre, blieben weitere Unfälle aus.

In dieser Zeit entstand auch die Inneneinrichtung der Sektbar. Ein Elektroschrank mit Spüle und Boiler und zwei Arbeitsplattformen, bestehend aus zwei Schränken und einem Klapp-Mülleimer machen die leckersten (und komfortabelsten!) Cocktails möglich.

Jetzt ist sie fertig, unser Glanzstück: Über 1.200 Arbeitsstunden stecken in dieser Sektbar (mit Inneneinrichtung über 1.400). Sie besteht aus 42 m² Alu-Riffelblech und 130 Metern Vierkantstahlrohr. Sie ist mit 12 versenkten und schwenkbaren Halogenstrahlern und Lichtschläuchen in der Theke beleuchtet, hat einen Deckenventilator und 10 Steckdosen zur Versorgung aller in einer Cocktailbar benötigten Geräte. Dazu wurden ca. 80 Meter Kabel verarbeitet.

Sie ist mit ihren 16 m² Grundfläche fast doppelt so groß wie die alte Hütte und sie ist mit Ausnahme der Dachplanen komplett in Eigenregie und Handarbeit durch das Kerweteam entstanden.

Kurz: Es war schweine-viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt!!

Kategorien: AllgemeinKerb

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